Festen är over – das Fest ist vorbei. Schön war’s und kurz. Doch so unmittelbar nach Weihnachten ist sie schon wieder da – die Vorfreude, denn die Tickets für Bob Hund in Malmö sind gebucht. Im März werde ich auch endlich das erste mal in den Genuß kommen Schwedens beste Liveband zu erleben. Mitgrölen ist angesagt, wenn die aus Helsingborg in Schonen stammende Band um den Sänger Thomas Öberg auch Songs von ihrem neuen, siebten Studioalbum zum Besten geben wird. Denn im Moment werkelt die Truppe an der neuen Platte, die hoffentlich so toll wird wie ihr Vorgänger aus dem letzten Jahr “Folkmusik För Folk Som Inte Kan Bete Sig Som Folk” (Musik, die von Menschen für Menschen gemacht ist, die sich nicht wie Menschen benehmen können). “Stumfilm” heißt die aktuelle EP, von der auch die grandiosen Songs “Omringad Av Hjälp” (Umgeben von Hilfe) und “Festen Är Över” stammen.

Bob Hund hören:

mp3: Bob Hund – Festen Är Över
mp3: Bob Hund – Omringad Av Hjälp

diesen tollen Song, gesungen von Thomas Öberg, müsst ihr unbedingt hören:

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Von X-Mas zu X♥

26 Dez 2010

Die Zeit zwischen Weihnachten und Silvester effektiv zu nutzen weiß Exploding Heart – eine junge Band aus Stockholm, die mir wirklich besonders am Herzen liegt. Das Herz der sechsköpfigen Band bilden Gudmundur Mogensen und seine Verlobte Æsa Saga Otrsdottir Ardal – beides hervorragende Sänger und Musiker. In den vergangenen drei Jahren waren die beiden fleißig und arbeiteten an ihrem Debutalbum, welches sie ab heute im Göteborger „Svenska Grammofonstudion“ aufnehmen. Wer verträumten, sphärischen Dreampop und Slowcore mag – wird Exploding Heart lieben. Beeindruckend war in diesem Jahr ihre „Young Love EP“ mit den beiden rührenden Songs „Echoes“ und „90s“. Vielleicht findet man diese auch auf dem kommenden Album.

X♥ hören:

mp3: Exploding Heart – 90s
mp3: Exploding Heart – Echoes

X♥ sehen:

X♥ auf Myspace:
www.myspace.com/explodingheart

X♥ auf facebook
www.facebook.com/pages/Exploding-Heart

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❄ God jul! ❄

24 Dez 2010

Liebe Freunde,

ich wünsche Euch ein wundervolles, besinnliches Weihnachtsfest und natürlich ein Fest voller Musik!

Oder wie Nina Persson sagen würde -> “Gute Weihnacht, alle Freunde!”

Video: A Camp – Stille Nacht (in Schwedisch und Deutsch)

Eine kleine Weihnachtsplaylist ❄

mp3: Kent – Chans
mp3: A Camp – Silent Night
mp3: Luna – Superfeaky Memories
mp3: Moto Boy – When My Heart Was High
mp3: Moto Boy – Pie Jesu

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Stars “The Five Ghosts”

Wenn es eine Band gibt, die meine Erwartungshaltung an ein neues Album nicht enttäuscht, dann ist es die kanadische Band Stars − glaubte ich. Von Geisterhand geschrieben ist es nicht, das fünfte Studioalbum „The Five Ghosts“. Es erschien bereits im Sommer, doch entfaltet es seine eigentliche Schönheit und seinen Tiefsinn erst jetzt − zur Winter-Weihnachtszeit. Eine Zeit in der man empfänglicher scheint für lieblich anmutende Klänge.

Vielleicht war es der falsche Zeitpunkt so ein melodramatisches, feierlich klingendes Album wie “The Five Ghosts” in der heißen Jahreszeit zu veröffentlichen. Der Hörer hat in sommerlicher Hitze keine Lust auf Schwere, keine Lust auf Botschaften aus dem Jenseits und schon gar nicht darauf Séancen abzuhalten. Doch in winterlicher Idylle öffnen sich die Herzen − und vielleicht auch spirituelle Kanäle?

Schon der Opener “Dead Hearts” imponiert mit seiner Schlichtheit und doch bitterlichen Süße. Ein Frage-Antwort-Spiel bestimmt die Strophe. Kaum ein anderer Boy-Girl Gesang hat so viel natürlichen, fast naiven Charme wie jener von Amy Millan und Torquil Campbell. “It’s hard to know they’re out there…dead hearts are everywhere” − wenn man genau hinschaut sieht man sie, die toten Herzen. Sie begegnen uns jeden Tag in den Straßen und Läden. Der emotionale Ausverkauf hat begonnen und findet zum Jahresende seinen Höhepunkt.

Hochgefühle erzeugt wiederum der engelsgleiche Gesang von Amy Millan. Man muss diese mädchenhaft leichte Stimme einfach lieben, wenn sie wie ein Heiligenschein auf dem elektronischen 80er Jahre Diskosound liegt. Nie zuvor hat sich das Quintett aus Toronto so sehr von den 80ern inspirieren lassen.”Wasted Daylight” und “We Don’t Want Your Body” sind wahre Tanzstücke.

“Fixed” ist vielleicht der gelungenste Popsong des Albums. Nicht umsonst war es die erste ausgekoppelte Single und demzufolge vielversprechend. Zu vielversprechend, denn die Dynamik und Frische des Songs kann durch die übrigen Stücke des Albums nicht getoppt werden. Dennoch gibt es einige wundervolle Balladen. Für diese hochemotionalen, jedoch bescheiden wirkenden Momente werden Stars geliebt. Für das schwelgerische „Changes“ möchte man Amy Millan direkt zu Füßen fallen. Wie die Heilige Jungfrau Maria strahlt ihr Gesang voller Klarheit und ist doch zuckersüß wie ein kandierter Apfel.

Wie eine winterliche, sternenklare Nacht verzaubert „Winter Bones“. Weltschmerzlerisch singt Amy Millan „can I come to your house?, I’m caught in the ropes and the wires, the sun settles hard in the south, winter lives in my bones, it’s all I’ve ever known“.

Trotz all des wunderlichen Ohrenglitzerns gelingt es Stars mit „The Five Ghosts“ nicht in neue Sphären und Tiefen vorzustoßen. Es fehlt die absolute emotionale Entladung, wie man sie von „Set Yourself On fire“ und „In Our Bedroom After The War“ kennt. Aber es ist mein Winteralbum und die perfekte akustische Ergänzung für das Schneetreiben dort draußen. Und vielleicht gibt es morgen Abend, am heiligen Abend eine kühle, frische, klare Nacht voller Stars.

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Die Band

Seit langen zählen Stars aus Toronto zu den Geheimtipps der kanadischen Musikszene. Gegründet hat sich das Quintett vor zehn Jahren in Montreal, dabei bestand von je her eine enge Verbindung zur Band Broken Social Scene, bei der alle fünf Sterne auch Mitglieder sind und mit denen sie einst das Label Arts & Crafts teilten. Die beiden Frontleute Amy Millan und Torquil Campbell arbeiten auch jeweils an einer Solokarriere. Amy Millan veröffentlichte im letzten Jahr ihr bereits zweites Soloalbum „Masters Of The Burial“. Vocalist Torquil Campbell ist bisher mit seinem Nebenprojekt Dead Child Star weniger erfolgreich. Ihr meist gelobtes Album ist „Set Yourself On Fire“ aus dem Jahre 2004.

Hörproben:

mp3: Stars – Winter Bones
mp3: Stars – Changes
mp3: Amy Millan – Towers

winterlich ❄

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Die englische Sängerin Lou Rhodes, die bessere Hälfte des Manchester Trip-Hop-Duos Lamb, gab kürzlich über Facebook bekannt, dass sie mit dem Bandkollegen Andy Barlow an einem neuen Album arbeite. Da geht mir doch just zu Weihnachten das Herz auf. Hieß es doch 2004 die beiden müssen wegen zu vieler Differenzen und kreativer Spannungen eine „künstlerische Pause“ einlegen.

Auch privat war 2004 für Lou Rhodes eine Zeit des Umbruchs. Nach der Trennung von ihrem Ehemann verlässt die heute 46-jährige die Heimat Manchester und zieht mit den beiden Söhnen zunächst mit einem Wohnmobil durch Großbritannien. In der Kommune „Ridge Farm“ in der englischen Grafschaft Surrey, in der Nähe von London, finden die Drei ein neues Zuhause. Heute leben sie auf einem Anwesen in Wiltshire. Abseits vom Großstadttrubel findet sich Ruhe. Körper und Geist können entschleunigen, sich selbst neu erfahren. Lou Rhodes kann tief in sich selbst eindringen – jede Zelle des Körpers mit Spiritualität tränken.

Geerdet und besinnlich klingt fortan auch Lou Rhodes’ Musik. 2006 gründet sie ihr eigenes Label „Infinite Bloom“, verfeinert ihr Gitarrenspiel, komponiert neue Songs und singt beeindruckender als jemals zuvor. Dabei tritt sie mit einer jugendlichen Frische und  Natürlichkeit auf, die ihr verdammt gut steht und ihr fast etwas Überirdisches verleiht.

Wenn Lou Rhodes die Bühne betritt, braucht sie keinen modischen Fummel wie Robyn, kein Gala Make-up und Federschmuck im Haar wie etwa Nina Persson, keine dramatischen, affektierten Gesten. Sie braucht nur einen Stuhl, ihre Gitarre und den direkten Draht zu etwas, das wir vielleicht nicht begreifen können.

Am 6.Mai dieses Jahres sah ich Lou Rhodes zum zweiten mal live. Ein bestuhltes Konzert im Lido in Berlin. Sie strahlt etwas Magisches aus, wenn sie dort sitzt, in sich versunken die Gitarre zupft und eine Stimme aus ihrer Kehle strömt, die Eisberge schmelzen lässt und mir einen heißkalten Schauer über den ganzen Körper jagt. Ein süßer Schmerz breitet sich in der Brust aus und nimmt so viel Platz ein, dass es mir fast die Luft zum Atmen raubt.

Sie stellte ihr bereits drittes Soloalbum „One Good Thing“ vor und spielte auch hauptsächlich Songs von diesem. „One Good Thing“ – vielleicht sogar die beste Sache in diesem Jahr. So ein Album voller Schmerz, und doch voller Kraft und Zuversicht. Denn durch den plötzlichen Tod ihrer Schwester Janey gab es für Lou Rhodes viel Schmerz und Trauer zu bewältigen in den vergangenen Jahren.

Aufrichtig klang Lou Rhodes stets auf ihren Soloalben. Eine Aufrichtigkeit die dem Gesang bei Lamb fehlte, jedoch schindete jener nicht weniger Eindruck. Bei Lamb‘s Trip Hop standen Rhythmik und Sound definitiv im Vordergrund. Lou Rhodes Gesang setzte den Tracks lediglich die Krone auf und sorgte für den nötigen Gänsehaut-Effekt. Wir werden sehen inwiefern Lou Rhodes Solokarriere als Folkmusikerin Einfluss auf die neuen Songs von Lamb hat. Das neue, fünfte Werk wird übrigens “5″ heißen. Ich freue mich drauf. Ich freue mich auf das kommende Frühjahr – denn dann gibt es ganz sicher das neue Album von Lamb. Am 5.Mai.

Diskografie

Lamb

  • Lamb (1996, Fontana Records)
  • Fear Of Fours (1999, Polygram Records)
  • What Sound (2001, Mercury Records)
  • Between Darkness And Wonder (2003, Mercury Records)

Lou Rhodes

  • Beloved One (2006, Fullfill)
  • Bloom (2008, A&G Records)
  • One Good Thing (2010, Motion Audio)

Neue Songs von Lamb könnt ihr auf deren Myspacepage hören:
www.myspace.com/lambofficial

Hier könnt ihr genaues über Lou Rhodes Beweggründe zum neuen Album lesen und es auch vorbestellen:
lambofficial.com/home

mp3: Lou Rhodes – Janey
mp3: Lou Rhodes – There For The Taking
mp3: Lamb – Gorecki

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Toni Halliday – bekannt als eiskalte, furchteinflößende, verführerische Sängerin des Shoegaze-Elekro-Duos Curve ist nach mehrjährigem Schweigen zurück als Chatelaine. Es tut verdammt gut diese samtige, kühle, melancholische Stimme wieder zu hören. Sie klingt angenehm vertraut, erwachsen – aber auch weise? Toni Halliday stöhnt auf dem Solodebut „Take A Line For A Walk“ noch immer ungebändigt, verletzt aus ihrer Höhle heraus, will gestreichelt werden, warnt jedoch gleichzeitig davor auch nur einen Fuß in diese zu setzten, sonst gibt es einen heißen Satz Krallen.

Der 31.01.2005 war kein guter Tag für Curve-Fans. Toni gab auf der Homepage bekannt, dass sie unglücklich mit Curve geworden sei über all die Jahre, ihre Leidenschaft für Musik verliere in ihrer Arbeit mit Dean Garcia. Sie meinte es sei Zeit Befriedigung in anderen Projekten zu suchen und dabei nichts übers Knie zu brechen. Hallidays Unzufriedenheit scheint verständlich. Den Ruhm haben in den 90ern schließlich und endlich andere eingefahren. Zumindest ist die stimmliche und musikalische Ähnlichkeit zu Shirley Manson bzw. Garbage nicht nur den Curve-Fans aufgefallen und missfallen. Ob Garbage ohne Curve so klängen, wie sie klingen, bleibt also mehr als fraglich.

Nach 15 Jahren Curve und unzähligen Gastgesängen u.a. für Robert Plant, Leftfield, The Killers und Recoil, wurde es für Toni also Zeit, wenn auch erst im Alter von 46, sich stimmlich so zu zeigen, wie sie sich selbst empfindet. Nicht neu – aber dichter, sensibler, offenherziger. In den 9 Songs des neuen Soloalbums „Take A Line For A Walk“, das im Juni erschien und gemixt wurde von  Toni Hallidays Ehemann Alan Moulder, zeigt ihre Stimme erstmals eine Fragilität, die man bei Curve bestenfalls erahnen konnte. Toni lässt uns dicht heran – aber nicht zu dicht.

Ihre Unnahbarkeit und gleichzeitig animalische Erotik ist das was Halliday ausmacht. Es ist das Authentische an ihr. Unterstrichen wird dies auf „Take A Line For A Walk“ durch eine subtile Piano-Begleitung und den Einsatz feiner Streichersätze. „Oh Daddy“ ist eine eindrucksvolle Ballade, in der die Protagonistin an der Vergangenheit festhält und doch neue Wege beschreiten muss – loslassen muss. So ist der Refrain ein akustischer Befreiungsschlag, der ins Mark trifft – unsere infantile Seite anspricht.

„I want to crawl inside my cage – where life remains“ singt die sanfte Tigerin in „Life Remains”. Der Wille zum Überleben ist da und das Voranschreiten und Durchhalten wird belebt durch eine militärisch treibende Snare-Drum, die auch den Song „Head To Head“ bestimmt. In „Killing The Feeling“ singt Halliday wiederum so leicht und mühelos, als wäre sie ein kleiner Zweig. Nur einen Windhauch würde es benötigen sie endgültig zu brechen. Ein hochemotionales Stück, das nichts weiter braucht als ein Piano, Percussions und dezente Backing Vocals.

Hallidays Talent für‘s Songwriting stellt sie einmal mehr im Opener „Broken Bones“ unter Beweis. Ein bittersüßer Streicher-Teppich beschwert den desillusionierten Refrain in dem es heißt „These are my broken bones, these are my sticks and stones, this is the end of the rope, no white horses to bring me home“. Ein Song der auch gut hätte den Abschluss des Albums darstellen können. Darum weiß auch Halliday, deshalb schließen zwei wirklich gelungene Remixe von Kurt Feldmen (The Pains Of Being Pure At Heart) und Flood (Post-Punk-Produzent Mark Ellis) „Take A Line For A Walk“ ab.

Der Titelsong „Take A Line For A Walk“ ist wahrscheinlich eine Anspielung auf Johnny Cashs „I Walk The Line“. Was Halliday jedoch genau damit sagen will, kann ich nicht knacken. Es heißt “listen closely, hear a talk“ – vielleicht komm ich ja noch drauf.

Das Album ist solide, zeitlos, unterwirft sich nicht dem Zwang der Aktualität. Es werden Erinnerungen geweckt an Cocteau Twins’ „Victorialand“ oder an Annie Lennox‘ „Diva“. Toni Halliday bleibt eine der letzten Diven der 90er – eine Indie-Göttin, die weiß woher sie kommt, aber noch nicht weiß was sie in Zukunft finden wird. „Take A Line For A Walk“ ist ein Album für solche, die die Zukunft suchen und dabei in der Vergangenheit graben.

mp3: Chatelaine – Oh Daddy

mp3: Chatelaine – Broken Bones

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Über Mittsommernnachtsspitzen

Melancholische und sehnsuchtsvolle Indiepop-Klänge aus Mittsommer- und anderen Landen stehen im Fokus dieses Blogs. Sandra Duvander schreibt für Euch.