The Beautiful Ones…

24 Jan 2011

…bringen ihre ersten drei Alben zum Besten – und das in Londons beliebter Location “Academy Brixton”. An jeweils drei Abenden, vom 19. bis 21.Mai, werden sie jeweils eines ihrer Werke spielen beginnend mit dem Debut “Suede”, gefolgt von “Dog Man Star” und schließlich “Coming Up”. Wär das genial diese drei Meisterwerke hintereinander zu genießen – da springt das Herz vor Freude schon beim puren Gedanken daran. Obwohl, noch besser fände ich es, wenn Suede ihre B-Seiten Compilation “Sci-Fi Lullabies” spielten. Naja – “You can’t have it all” – Hauptsache Brett! Im Dezember hab ich sie in der Berliner Columbiahalle wegen Krankheit leider verpasst und mich den ganzen Abend schwarz geärgert – wollte ich doch, wie in alten Zeiten, in der ersten Reihe stehen und Brett Anderson anschmachten. Nun vielleicht klappt es ja im Mai. Der Ticketverkauf beginnt am 28.Januar.

Übrigens steht ein anderer London-Trip schon fest. Die Britpop-Kollegen Pulp geben nach zehn Jahren wieder Konzerte, auch noch in Originalbesetzung. Am 3.Juli im Londoner Hyde Park anlässlich des “Wireles Festivals”. Die Flüge dafür sind gebucht!

Die neuen Schönen – ganz die Alten:

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I'm On TV

In drei Wochen wird sie wieder Mama – Sofia Nordström alias I’m On TV. Während der Schwangerschaft hat die Schwedin aber nicht auf der faulen Haut gelegen, sondern sich von der Vorfreude auf’s Baby inspirieren lassen und mit ihrer Band das Debut “Plastic Paradise” aufgenommen. Wie auch die Stockholmer Dreampopper Exploding Heart, hat I’m On TV im Göteborger “Svenska Grammofonstudion” aufgenommen. Scheint also eine gute Adresse zu sein für Schwedens Popnachwuchs. Mama sein und werden ist also gar nicht so langweilig. “Plastic Paradise” ist frisch, lieblich und strotzt vor Kraft – eben echter schwedischer Powerpop. Einige der Songs haben großes Potenzial echte Diskoknaller zu werden – man muss sie bloß entdecken.

I’m On TV hören:
mp3:I’m On TV – Efforts Made
mp3:I’m On TV – In The Open

Link zur Facebookseite:
www.facebook.com/imontv

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Möchte da etwa jemand in die Fußstapfen von Robyn und The Knife treten? Kann gut sein, denn das Debut “Heart Monster Fear Machine” der Göteborgerin Lisa Pedersen pulsiert mit im schwedischen Elektrotrend. Eigentlich ist die 30-jährige mit Leib und Seele Drummerin und Pianistin. Was hat die quirlige Blondine also dazu bewegt im Brei der Masse zu schwimmen?

Schon beim ersten Track von “Heart Monster Fear Machine” merkt man, dass da etwas nicht zusammenpasst. Heiteres 80er Elektrogefrickel passt eben nicht zu so einer sinnlichen, rauchigen, intimen Stimme. Schnell vermisst man, was diese Stimme braucht, um ernst genommen zu werden – Wärme und Erdigkeit.

Einige Stücke des Albums, wie zum Beispiel “Drowning”, gab es schon einmal als Pianoversion. Das Piano stand Lisa Pedersen gut – erinnert ihre Stimme doch an die junge Lisa Germano. Pedersen selbst weiß jedoch noch nicht was sie will, die Masse mit “Allerweltselektro” abspeisen oder eine sensible Singer-Songwriterin sein, deshalb wird die zweite Hälfte des Albums auch akustischer. In Stücken wie “Sometimes” und “Wide Eye” fühlt man sich erstmals wirklich berührt. Das Album schließt mit “Five To One” in der wir eine völlig andere Lisa Pedersen erleben – eine Frau, die weiß was ihr steht.

Eines weiß ich aber ganz sicher, wenn ich das nächste Mal in Göteborgs Bengans Skivbutik vorbeischaue, werde ich es trotzdem mitnehmen – das Debutalbum von Lisa Pedersen “Heart Monster Fear Machine” – in bester Hoffnung, dass sie vielleicht zu ihrem Ursprung zurückkehrt.

Lisa Pedersen hören:
mp3:Lisa Pedersen – Drowning

Im Vergleich

Das Elektrosternchen Lisa Pedersen mit “Left Aside”

Die Singer-Songwriterin Lisa Pedersen mit “Drowning”

Lisa Pedersen auf Myspace:
www.myspace.com/lisafridapedersen

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Retrospektive

03 Jan 2011
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Kleiner Rabauke - damals 12 - freut sich über die Wende und endlich schöne Musik - Shoegaze.

Neulich beim Sonntagsspaziergang sinnte ich über Leben, Vergangenheit und Zukunft. Mit Cocteau Twins auf den Ohren stapfte ich durch den Schnee, der vom Tauwetter noch übrig geblieben. Liz Frasers Stimme glitzerte wie ein Schneekristall in der Sonne. Ein Funkeln. Das Funkeln vergangener Jahre – prägender Jahre. Warum nicht über diese wichtigen Jahre und ihre Musik schreiben? Die Entdeckung des Dreampop war für mich so fundamental, wie der Schatz von Troja für Heinrich Schliemann. Das Stockholmer Musikmagazin “Sonic” führt seit längerem die Rubrik “Retro”. Eine solche wird es ab nun auch auf Mittsommernachtsspitzen geben. Ich werde in regelmäßigen Abständen vorzugsweise Bands und Künstler aus dem Umfeld des Post Punk/New Wave, Shoegaze/Dreampop und Slowcore portraitieren. Wie regelmäßig das sein wird, kann ich jetzt noch nicht wissen, aber ein Rhythmus wird sich finden. Den ersten Beitrag gibt es bald – ich freu mich drauf!

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Ein frohes neues Jahr 2011 wünsche ich Euch!

Den Neujahrstag habe ich heute zur Rückschau genutzt, so habe ich denn meine drei Alben 2010 gewählt.

Die Ausbeute an guten Alben war nicht groß im vergangenen Jahr. Kaum kitzelte etwas Interessantes die Gehörgange. Gerade die Alben einflussreicher Bands wie Interpol, Band Of Horses oder Arcade Fire waren mittelmäßig und hinterließen wenig Eindruck. In gewisser Weise war das letzte Jahr für mich ein Jahr der Singer-SongwriterInnen. Besonders Künstlerinnen aus England wie Lou Rhodes, Lonelady und Chatelaine haben solide Alben produziert.

Bronze, Silber und Gold für die eindrucksvollsten Alben von 2010 werden an zwei schwedische Boys verliehen in deren Mitte sich eine amerikanische Sängerin wiederfindet.

Gold : Håkan Hellström “Två Steg Från Paradise”

Håkan Hellström "Två Steg Från Paradise"

Das Cover wurde auf dem Göteborger Risåsberg aufgenommen. Im Hintergrund sieht man den Vergnügungspark Liseberg.

Zwei Schritte vom Paradies entfernt – kein Titel der reinhaut. Auch der Titelsong haut nicht rein – aber der Rest, der hat es in sich. Göteborgs Held Hellström beschenkt uns mit einem frischen, optimistisch klingenden, sechsten Studioalbum. “Det Här Är Min Tid” (Opener) wäre ein besserer Name für dieses Werk gewesen, denn Hellström klingt so als wäre genau jetzt seine Zeit – seine Glanzzeit. Weitere herausragende Stücke sind “Saknade Te Havs” (Verloren auf dem Meer), “Du Är Snart Där” (Bald bist du dort) und “Man Måste Dö Några Gånger Innan Man Kan Leva” (Man muss einige Male sterben, bevor man leben kann).

mp3 von Hellström hören: Håkon Hellström – Saknade Te Havs

Silber : Holly Miranda “The Magician’s Private Library”

Holly Miranda "The Magician's Private Library"

Beschützt von Zauberhand geschieht diesem Mädchen nichts im Schlaf. Die Zeit vergeht im Traum.

Wundersam und zauberhaft, wie auch der Albumtitel, ist das zweite Album der amerikanischen Singer-Songwriterin Holly Miranda. In sensibel gestalteten Songs erzählt die 27-jährige Geschichten über Gauner und Ganoven, Schlaf und Traum. Ein funkelndes musikalisches Spektakel, bei dem der Sound beeindruckender ist, als Mirandas Stimme. Der eigentliche “Magier” der Platte ist der Produzent – TV On The Radio’s Dave Sitek. Er mischt Bläser, Streicher, Synthies, Glöckchen und Hall zu einem Liebes-Trunktrank. Er schickt den Hörer auf eine mystische Reise vom eigenwilligen Opener “Forest Green Oh Forest Green” über das schwelgerische “Waves” bis wir uns am Ende in “Sleep On Fire” erschöpft auf einem Flammenbett niederlassen.

mp3 von Holly Miranda hören: Holly Miranda – Slow Burn Treason

Bronze : Moto Boy “Lost In The Call”

Moto Boy "Lost In The Call"

Der androgyne Männer- und Frauenschwarm Oskar Humlebo (Moto Boy)

Schweden’s Dream - Moto Boy knüpft mit “Lost In The Call” quasi nahtlos an sein wirklich gelungenes Debut von 2008 an. Die Songs sind ähnlich strukturiert und Motos glasklare Falsettostimme schwebt auf seiner E-Gitarre. Eingerahmt wird das Ganze von E-Drums und himmlischen Chören. Herausragende Stücke sind “The Heart Is A Rebel”, das verträumte “When My Heart Was High” und die Ballade “If Only Your Bed Could Cry”. Dieser Song erschien ursprünglich im Duett mit der schwedischen Sängerin Titiyo auf ihrem Album “Hidden” (2009). Schmacht!

mp3 von Moto Boy hören: Moto Boy – Lids

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Über Mittsommernnachtsspitzen

Melancholische und sehnsuchtsvolle Indiepop-Klänge aus Mittsommer- und anderen Landen stehen im Fokus dieses Blogs. Sandra Duvander schreibt für Euch.