Jonathan Johansson "Blommorna"

Herrlich melancholisch ist die neue Single von Jonathan Johansson„Blommorna“ (Blumen). Seit gestern Abend schwirrt mir der Track im Kopf rum und hat mit seinem elektronischem Groove und der perligen Hookline gute Chancen mein Sommerhit zu werden. Die Stimmung einer Sommerparty trifft auf „Blommorna“ genau so gut zu, wie eine einsame Autofahrt durch eine laue Nacht.

Besonders berührend ist dabei der aspirierte Gesang von Johansson, der mit einer hohen Falsettostimme gedoppelt wird und so besonders fragil wirkt. Dabei ist der Song so eingängig, dass er selbst Hörer, die des Schwedischen nicht mächtig sind beeindruckt.

Der aus Malmö stammende Jonathan Johansson begann seine musikalische  Karriere 2005 mit seiner Band Jonathan Och Hjältar (Jonathan und Helden). Er zog nach Stockholm und entwickelte sich musikalisch stetig weiter. 2008 zeichnete er beim schwedischen Label Hybris, welches auch Künstler wie Vapnet, Juvelen und Familjen unter Vertrag hat. Ein Jahr später  erschien sein gefälliges Album „En Hand I Himlen“ (Eine Hand im Himmel). „Blommorna“ ist nun der erste Song des langerwarteten zweiten Albums – es erscheint jedoch erst im September. Dafür gibt es vom Stockholmer Wunderkind NIVA einen exzellenten Remix.

Schauen:

Der Remix von Niva:
mp3:Blommorna Niva Remix

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Glad Påsk

23 Apr 2011
Bunny Munro

Bunny Munro

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Alles hat ein Ende - auch The Cardigans. Die Ex-Strickjacken sind die ewigen Beginner Brothers Of End

Jedes Ende ist ein Anfang. Jedem Anfang wohnt ein Zauber inne. Also wozu die Endzeitstimmung? Nach dem inoffiziellem Ende der Cardigans haben sich Ex-Strickjacken-Drummer Bengt Lagerberg und Keyborder Lars-Olof “Lasse” Johansson Ståle mit Musikjournalist Mattias Areskog zu den Brothers Of End vereint. Sollte deren erstes Album “The End” vielleicht schon ihr letztes sein oder verkündete es gar das Ende der heiligen Cardigans? Oder wollen sie nur eines nicht – das Gefühl verlieren zu beginnen?

Die drei Endzeitbrüder kennen sich bereits seit sie 15 Jahre als sind. Sie wuchsen zusammen in der schwedischen Stadt Jönköping auf und brachten sich gegenseitig das Spielen von Instrumenten und Komponieren bei. Vor fünf Jahren trafen sich Bengt, Lasse und Mattias Backstage nach einer Show der Cardigans während des schwedischen “Storsjöyran” Festivals. Sie fühlten und wussten es war an der Zeit zurück zu ihren eigenen Vostellungen von Musik zu kommen, ihre eigenen Wünsche umzusetzen. Mit Brothers Of Ends erdigen, warmen Debut “The End” konnten sie sich im Oktober 2009 diesem Ziel annähern.

Das neue Brothers Of End Album "Mount Inside"

Mit ihrem brandneuen Album “Mount Inside” sind Brothers Of End noch mehr in ihr eigenes Territorium vorgedrungen, haben sich in ungeahnte Tiefen ihrer selbst vorgegraben – schön was sich dort findet, klingt es doch wie zwischen Himmel und Erde. Das Intro “Vallinge Träsk” führt mit spitzen Banjoklängen und Besen gespielten Drums sanft in das Album. Sphärische, harmonische Chöre tragen uns zum ersten Song “Until Then” – bereits dann eine Offenbarung. “Try to keep my eyes on the road but my head keeps turning, something that’s passing me by, now it feels like I’m burning…” Der Gesang von Mattias Areskog brennt sich alsbald in unser Gemüt, nimmt von ihm Besitz.

Basslinie und trockenes Schlagzeug treiben den dritten Song von “Mount Inside” an – “Soon the day will break”. Haben uns Brothers Of End bis zum Morgengrauen schwungvoll durch die Nacht gejagt, folgt die Belohnung im nächsten Song – wir erblicken die strahlende Sonne. Finden heim – so wohlig stimmt der Song. In “Stare At The Sun” klappt der Refrain weit auf, lässt uns finden wonach wir suchen – Sehnsucht. Doch Vorsicht: “Darkness comes for those who stare at the sun…”

Mit dem Gesang von Nina Persson hätte “Mount Inside” gut der verlängerte Arm von The Cardigans Meisterwerk “Long Gone Before Daylight” sein können. Beide Alben wurden in Malmös Tamborine Studios aufgenommen. Wir entdecken eine ähnliche Stimmung, Sphäre und Weisheit. Doch auch Bengt und Lasse zeigen sich neben Mattias Areskogs vielseitigem Gesang, während des gesamten neuen Albums, als exzellente Backgroundsänger. Ihre Satzgesänge und Chöre geben der Wohnzimmerräumlichkeit die Weite eines ganzen Universums. Eine bosonders dezente, deshalb so schöne, Zweistimmigkeit findet sich in “How Come People Fall”. Ein Song der mich jedoch mit seinem schrägen Gitarrensolo an das Gitarrenspiel von Dean Wareham erinnert. Rau und ungeschliffen.

“Don’t mess it up with words” – für Brothers Of End ist Schweigen Gold. “Let Silence Speak” ist ein weiterer gelungener Song, dessen warme Klangfarbe um uns herum wirklich eine Stille erzeugt. Wir tauchen in den Song ein, in uns selbst ein – wir hören nicht auf das Gesagte, doch auf unsere innere Stimme.

Dass auch Männer wie eine melancholische Diva klingen können, beweißt Areskog in “Replica Of Love”. Der musikalische Höhepunkt der Platte folgt unmittelbar mit “The Story”, dessen Shaker und Orgelklänge uns eine relaxte Rückenlage einnehmen lassen. Die Geschichte erzählt ein kristallklares Gitarrensolo. “So the story begins with a happy end…” – doch wie endet sie?

Den Abschluss bildet die mit Streichern garnierte kurze Ballade “Desert Mind” – sie lässt unseren soeben erworbenen Optimismus wie ein Kartenhaus zusammenfallen. Denn “Feels Like Coming Home”, der vorletzte Track, wäre vielleicht auch ein guter Opener gewesen, oder noch besser – ein brilliantes Finale. Ebenso könnte der Titel für das ganze Album stehen. Denn wir kommen tatsächlich an. Der Song trifft ins Mark. Wer zuvor nicht wußte, wo er hingehört findet sein Zuhause spätenstens jetzt in diesem Song – in diesem Album.

“Mount Inside” erschien am 11.April auf Brothers Of Ends eigenem Label Konjaga in Kooperation mit Playground Music.

Brothers Of End lauschen:
mp3:Brothers Of End – Until Then
mp3:Brothers Of End – The Story

Schauen:

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Chapel Club

Die Shoegaze Band Chapel Club probt im Schatten der St.Luke's Church in London

Paul Baskervilles “Nachtclub” hat mir schon etliche schöne musikalische Momente beschert. Heute Nacht war es wieder einmal so weit, so lauschte ich andächtig Chapel Clubs “The Shore”. Sinnlich dringen das Rauschen der Wellen und das sanfte Schreien der Möwen in mein Ohr, schalten den Körper einen Gang runter – machen ihn bereit für einen Snareschlag, den man in jeder Zelle des Körpers spürt und eine Slidegitarre so voller Erotik, dass wir empfangend jeden Kanal öffen – für diesen Gesang.

Lewis Bowmans Stimme erinnert mich stark an Ian McCulloch von Echo And The Bunnymen, den ich von je her verehrt habe. Eine Stimme, so voll und weich, melancholisch und doch voller Kraft und Dynamik. So sitze ich mit geschlossenen Augen im Garten, lausche zum – keine Ahnung wievieltem Mal – diesem Song,  spüre den leichten Windhauch und die wärmende Sonne auf meinem Gesicht und sehe inmitten von rauschenden Gitarrenwänden, im wirklich grandiosen Finale dieses Songs, die Wellen auf mich zuschäumen - “Golden-shadowed one, you are your own god”.

Ende Januar erschien Chapel Clubs Debutalbum “Palace”, welches beim ersten Durchhören schon wie eine mittelstarke Droge wirkt, also muss ich mir so schnell wie möglich die Platte besorgen und erst recht am Dienstag ins Hamburger Logo gehen. Zwar muss ich halb drei raus zum Frühdienst, aber egal – die Droge wirkt und die Dosis muss dringend erhöht werden.

Dem Rauschen lauschen:
mp3:Chapel Club – The Shore

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Über Mittsommernnachtsspitzen

Melancholische und sehnsuchtsvolle Indiepop-Klänge aus Mittsommer- und anderen Landen stehen im Fokus dieses Blogs. Sandra Duvander schreibt für Euch.