Sahara Hotnights heizen dem Sommer ein mit ihrem aktuellen selbstbetiteltem Album

Heute klingen sie etwas braver als auf “C’mon Let’s Pretend” zu Beginn ihrer Karriere vor 12 Jahren, doch im Stewardessenkostüm sind sie der Wolf im Schafspelz – Sahara Hotnights. Die vier Schwedenbräute haben die Gitarren schon im Sandkasten rauchen lassen, waren sie doch zwischen neun und zehn Jahre als, als sie die Band 1992 im kleinen Robertsfors bei Umeå gründeten. Ohne Zickerei ging es all die Jahre wohl kaum. Die Mädels müssen dicke Freunde sein, vielleicht sind sie die langlebigste Frauenband aller Zeiten.

Wenn ihr in diesem verregneten Sommer doch noch ein paar heiße Nächte verbringen wollt, greift zu. Anfang Juni erschien in Schweden ihr sechstes selbstbetiteltes Studioalbum, dass ihr bei Bengans oder iTunes erwerben könnt. Auch gibt es ein neues Video zur Single “Vulture Feet” .

Schauen: Sahara Hotnights “Vulture Feet”

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Martin Ekman - Songwriter und Sänger bei Long Distance Runners

Es gibt neues von meinen Boys aus Stockholm, den Long Distance Runners. Der Singer-Songwriter Martin Ekman bastelt nebenher schon seit etlicher Zeit an seiner Solokarriere als schwedischer Folksänger. Jetzt gibt es ein neues, eindrucksvolles Video zur Single “24 kvadrat”. Im kommenden Jahr können wir sein sicher gefühlvolles und melancholisches zweites Album erwarten: ””Tills lusten skiljer oss åt”. (Bis die Lust uns trennt)

Aus alt mach neu: die Long Distance Runners sind endlich soweit ihre EP “San Francisco Says Hello” im schwedischen iTunes in bei Amazon zu verkaufen. Yay!

Schauen: Martins neues Video “24 kvadrat”

Schauen: “Live Today” von den LDR

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So wie Porzellan - das Cover des aktuellen Albums von Fotos

Ich wußte, dass ich die Hamburger Band Fotos nicht schlecht finde, wenn immer ich sie in den vergangenen Jahren mal irgendwo gehört habe. Dass sie einen wahrhaften Gefühlssturm in mir auslösen, habe ich erst in den letzten Tagen erfahren. Erst vor kurzem kaufte ich ihre aktuelle Scheibe “Porzellan”. Ich würde glatt sagen, dass es mein Album des Jahres ist, doch das “zerbrechliche” Stück erschien schon im Herbst 2010. Wenn es nur 20 Jahre älter und in England produziert worden wäre, könnte man meinen Alan McGee von Creation Records hätte seine Finger im Spiel gehabt. Die Lücke zum internationalen Indiepop-Trend erkannt, sind die Jungs von Fotos auf den Zug des Shoegaze-Revival aufgesprungen und sind dabei absolut überzeugend.

Als ich das Albumcover gesehen habe, musste ich an Tocotronics geniales “weißes Album” denken – muss ich gestehen. Eine Fragilität mit klaren Strukturen. Ich erwartete ein helles Rauschen, welches beim ersten Hören auch tätsächlich durch meine Gehörgänge in die Seele drang. Ausgerechnet mit den Aufnahmen von Olaf Opal, dem Produzenten von Juli, Slut und The Notwists wunderbaren Album “Neon Golden” verabschieden sich Fotos vom Deutschrock der Vorgängeralben. Das neue Soundgewand steht ihnen gut.

“Porzellan” startet mit einem durchsichtigen Intro. Eine Welt in feine, leicht zerreißbare Spitze gehüllt. Zart und klar, bis die kreischenden Gitarren und tobenden Drums von “Alles Schreit” die Transparenz zerfetzen. “Kein Glitter und kein Glanz scheint mir erstrebenswert, ist nur Flitter ist nur Ramsch, der ständig an mir zerrt. Der schrille Shoegaze-Sound scheint wie immer optimal die Vergangenheit von sich wegzusprengen. Der Band wird es nicht leid in aktuellen Interviews zu thematisieren wie EMI sie in eine bestimmte Image-Schublade drängen wollte. Der Titelsong “Porzellan” wirkt dagegen recht sperrig. Den mehr klagend rufenden Gesang von Thomas Hessler (Tom nicht “Icke”) muss man hier mögen. Mich erinnert er zu sehr an Kim Frank von Echt. Der Refrain fegt alles weg, was nicht niet- und nagelfest ist. Es wird Platz geschaffen. Platz für die “Nacht”.

Dort will man verweilen, nie dass sie zuende geht. “Bring mir die Nacht, bring mir ihr Fieber, bring mir heimlich ihre elegante Pracht, ihre rätselhafte Fracht. Katzenhafte Gitarren säuseln wie kühler Wind durch Weite und Stille der Nacht. Todessehnsucht finde ich darin. Verloren im All der Fragen, warten auf den Wagen, der die Nacht bringt und ertragen Hesslers Stimme klingt sensibel, fleht um Erlösung und ist dabei nicht allein. Die zweite Stimme von Valeska Steiner lockt mehr und mehr in die geheimnisvolle Dunkelheit.

Fotos vor der Taj Mahal - Deniz Erarslan, Tom Hessler, Benedikt Schnermann, Friedrich Weiß (v.l.)

Wundervolle Chöre und zweite Stimmen von Valeska finden wir auch in “On The Run”, “Wasted” und im letzten Song “Wellen”. “On The Run” klingt wie eine abenteuerliche Flucht. Am Ende steht man jedoch da und bemerkt, dass man sich wie in einem Albtraum nicht von der Stelle bewegt hat. Keine Chance dem eigenen Kerker zu entkommen. Um eine vergangene Liebe dreht es sich in “Wasted”. Eine perlige Gitarre füllt den Raum zwischen den Gesängen: Da ist ein Sieb in unserem Kopf, durch das Erinnerung troft, die an dich und die an mich

Bedrohlich wird die Stimmung in “Feuer”. In den tiefen stampfenden Bässen hören wir die Glut pulsieren und die Flammen aufkeimen. Ein vernichtendes Lodern, langsam und qualvoll: Mein Feuer frisst dein Feuer, mein Feuer frisst dich”. Der darauffolgende “Ritt” ist wie ein Trip. Eine gezupfte Gitarre, ein Gesang, so zerbrechlich wie die Illusionen eines Rausches. Wie eine Rückwärtsfahrt durch das eigene Leben. Wir bleiben nicht stehen bis wir die Welt von vorne sehen”

Das man keine Angst vor der “Angst” haben muss, erfahren wir in diesem großartigen Popsong. Was hier an Genialität und Einfachheit aufeinander trifft, lässt mein Herz mit den coolen Drums vom Snareman Benedikt Schnermann vor unsäglicher Freude hüpfen. Sag “Hallo!” zu deiner Angst, schau ihr direkt ins Gesicht. Große Britpop- und Shoegazeikonen können hier Angst um ihren Thron bekommen, so majestätisch kommt das Stück daher. Das letzte Highlight von “Porzellan” ist “Raben”. Wieder einmal lassen Fotos die Vergangenheit zurück, retten sich wie Ratten an Land. Episch und triumphierend marschieren sie in ihre eigene Welt – selbstbestimmt und neu definiert.

Fazit: “Porzellan” von Fotos trifft den Indie-Zeitgeist wie kein anderes deutschsprachiges Album. Lyrisch und musikalisch führen sie die Tradition der Hamburger Schule-Bands fort, haben sich dabei aber doch neu erfunden. Hier fahren Engel Achterbahn und ich fahr mit. Das Album erschien am 10.September 2010 auf Snowhite/Universal.

Schauen: Video zur aktuellen Single “Nacht”

Lauschen: Fotos – Angst

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Morrissey live am 18.Juli in der Zitadelle Spandau

Jaaa, wir standen weit weg. Es hieß es würde eine Vorband spielen, doch dann stand der Mozzer anscheinend doch schon Punkt Acht auf der Bühne. Wir waren also eine Viertelstunde zu spät. Publikum und Band waren zu diesem Zeitpunkt noch nicht in Fahrt und kamen es in den knapp 70 Minuten Spielzeit inkl. Zugabe auch nicht mehr. Morrissey legte eine lahme Show hin mit dem frustrierten Charme eines alten Herren. Mit jedem gesungenen Song stieg seine Langeweile – und meine auch. Vor’m Ende “seines” Konzertes klagte Big M über Mc Donalds und Fastfoodramsch. Ganz ehrlich, wenn ich nicht schon Vegetarier wäre – er hätte mich nicht vom Gegenteil überzeugt. Der Hemdwechsel tat für die eine Zugabe auch nicht not. Da hätte er hinter der Bühne lieber doch noch mal einen Blick auf den Text von “First Of The Gang To Die” werfen sollen. Der angedeutete Hitlergruß am Ende von “Irish Blood, English Heart” war auch überflüssig.

Fazit: Es gibt Künstler, die sich daneben benehmen, jedoch mit Unterhaltungswert. Gestern Abend hat dieser gefehlt. Nie zuvor war ich auf einem Morrissey-Konzert und bin auch nicht mit seinem Werk vertraut, doch hatte ich mich sehr auf den Abend gefreut. Auf dem Heimweg tat es mir um die Fehlinvestion von 50 Euro leid und auch um mein angesäuertes Gesicht. Schade, dass er überhaupt gekommen ist, so wäre einem die Enttäuschung erspart geblieben.

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nicht gerade bescheiden, die Titelwahl für die neue Compilation

“Stockholm Belongs To Us” – diese Aussage hat so gar nichts mit dem üblichen schwedischen Understatement zu tun. Aber Labrador Records muss in Anbetracht der Großartigkeit der Musik auf dieser Compilation auch gar nicht bescheiden sein, sondern darf ruhig klotzen. 22 Tracks aus den letzten vier Jahren finden sich auf “Stockholm Belongs To Us”. Dabei steuern die Labrador-Labelgenossen The Radio Dept. Sambassadeur, The Mary Onettes, die Bands von Johan Angergard (The Legends, Pallers, Acid House Kings & Club 8), der jüngste Zugang Küken Amanda Mair u.v.a. ihre Songs bei. Was kostet euch das Ganze? – Nur ein paar Klicks!!! Labrador verschenkt die gesamte Compilation als Free Download auf ihrer Webseite. Juhu! Labrador gehört uns!

Hier die komplette Tracklist:

01 The Radio Dept “Heaven’s On Fire”
02 Sambassadeur “Subtle Changes”
03 Pallers “The Kiss”
04 Club 8 “Dancing with the mentally ill”
05 Det Vackra Livet “Viljan”
06 Acid House Kings “Would you say stop?”
07 The Legends “Something strange will happen”
08 The Mary Onettes “Puzzles”
09 Pelle Carlberg “1983 (Pelle & Sebastian)”
10 The Radio Dept. “Never Follow Suit”
11 Club 8 “Western Hospitality”
12 Suburban Kids with Biblical Names “1999″
13 Acid House Kings “Are We Lovers Or Are We Friends?”
14 Club 8 “Jesus, Walk With Me”
15 [Ingenting] “Halleluja!”
16 Sambassadeur “Days”
17 The Legends “Seconds away”
18 Little Big Adventure “Happiest Times”
19 Pallers “Humdrum”
20 Pelle Carlberg “I Love You, You Imbecile”
21 The Mary Onettes “Once I Was Pretty”
22 Amanda Mair “House”

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FM Belfast können auch Kaffeekränzchen

Da denkt man man kennt alle isländischen Bands und dann sowas. FM Belfast – dass das kein nordirischer Radiosender ist, der über Krawalle in deren Hauptstadt berichtet war mir nicht gleich klar, dafür ist das Thema so brandaktuell. Auf Belfaster Straßen geht es heute wieder ganz schön ab. Zeit sich neben der aktuellen Nachrichtenlage mal mit dem noch gar nicht so alten, zweiten Album “Don’t Want To Sleep” der Elektronik-Band FM Belfast aus Reykjavik zu beschäftigen.

Eigentlich begann es mit einem Weihnachtsgeschenk. 2005 wollten Árni Rúnar Hlöðversson und Lóa Hlín Hjálmtýsdóttir ihren Freunden zum Fest eine Freude machen und bastelten einen schnittigen Elektrotrack. Das kam gut an und führte prompt zur Zusammenarbeit mit den múm-Bandmitgliedern Árni Vilhjálmsson und Örvar Þóreyjarson Smárason. 2008 veröffentlichten die vier Elfen ihr Debut mit dem passenden Titel „How To Make Friends“.

Ganz so bieder wie oben auf dem Foto sollte man sich die Truppe jedoch nicht vorstellen. Sie sind regelrechte Rampensäue und nutzen jede Gelegenheit live zu spielen. Dabei holen sie sich auch gerne dutzendweise Verstärkung mit auf die Bühne. In diesem Sommer bespaßen sie wieder unzählige Festivals und der aktuelle Longplayer “Don’t Want To Sleep” der Isländer erweist sich dafür mit seiner Frische mehr als tauglich. Schlafen kann man schließlich später, erst mal wird ordentlich gefeiert. So die Botschaft.

Gute Laune bringen sie aber auchs ins Wohnzimmer und wenn man die Stereoanlage ganz laut aufdreht, wird die Wohnung schnell zum Dancefloor. Da kann man sich einmal gut durch- und ausschütteln bei diesen frischen Elektrorhythmen. Die Klänge, die den Tastenintrumenten entlockt werden, sind unschuldig, keine großartig produzierten Beats oder Frickeleien. Experimentierfreude und natürlicher Charme sind hier so bestimmend und mitreißend. Das gute alte Casio-Keyboard, forsche mehrstimmige Gesänge, Trompeten- und Pianoklänge bestimmen den Sound der Platte, von der ich nur sagen kann: anschaffen!

Nach dem hässlichen Ding müsst ihr Ausschau halten

“Don’t Want To Sleep” von FM Belfast erschien am 3.Juni 2011 auf Morr Music.

Schauen: FM Belfasts “Vertigo” live in ihrem Studio in Reykjavik.

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Einladend, das Cover von The Horrors "Skying"

Nachdem ich The Horrors eingängige Single “Still Life” vor ein paar Wochen erstmalig bei MotorFM gehört hatte, konnte ich es gar nicht abwarten endlich ihr neues, drittes Album “Skying” in den Händen zu halten. Trotz Krankschreibung bin ich am Freitag erst mal in den Saturn geschwankt um meine Kopie zu holen. Die hatten die Scheibe jedoch noch nicht geliefert bekommen, oder die “freundlichen” Mitarbeiter waren zu faul zum auspacken. Im Mediamarkt stand das gute Stück dann schon im Regal und hat auf mich und seine Hörer gewartet.

Das Cover von “Skying” bietet uns einen exzellenten Blick auf Himmel und Meer und erinnert mit seinen psychedelischen Regenbogenfarben an alte Shoegazealben von Ride oder The Telescopes. Es lädt zum Träumen ein. Auch machen die Fotos der fünf Jungs aus Southend einen natürlicheren Eindruck als auf früheren Werken, wo sie sich im typischen, horrorhaften Style von “The”-Bands präsentierten – Hauptsache Skinny Jeans und gut toupierte Haare.

Der Opener “Changing The Rain” bestätigt zum Glück den optischen Eindruck des Booklets -  Rückwärtsgitarrenwände à la My Bloody Valentine,  groovige Drums mit viel Raum und ein vertäumter, wenn auch nicht sonderlich charismatischer Gesang von Frontmann Faris Badwan katapultieren uns ein Stück weit nach oben. Dann ist er da, der erste gelungene Moment des Albums: “You Said” – Synthesizerteppiche, viel PlingPling und Bläsersätze. Alles dreht sich im Kopp – aber so schön.

Doch die Jungs können auch stampfenden Britpop wie ihre großen Vorväter aus den Neunzigern, wie sie gleich in ihrem dritten Stück “I Can See Trough You” unter Beweis stellen. Das klingt nicht unbedingt wie ein Abklatsch von Pulp – nur wenn man es unbedingt möchte. Dafür drängt sich einem im vorletzten Stücks “Monica Gems” der Vergleich zu Suede mehr als auf. Brett Anderson wird sich geschmeichelt fühlen – ich als Suede-Fan weniger.

The Horrors gemütlich - darf man sich dazu legen?

Eine potentielle zweite Single stellt “Endless Blue” dar. Wirklich wundervoller, eigenwilliger Dreampop, der mich im Himmel von The Horrors ankommen lässt, vor allem wenn diese rockige Gitarre nach zwei Minuten untrafeinem Intro loslegt – genial. “Dive In” ist ein Stück in das man wirklich gerne eintaucht. Sein Rhythmus ist fast ekstatisch und die einzelnen Elemente des Songs bauen sich nach und nach zu einer riesigen flukturierenden Säule auf, in der man mittendrin ist, wie im Auge eines Hurricans.

“Dive In” und das darauffolgende Stück “Still Life” bilden für mich den Höhepunkt des Albums von The Horrors. Eine bessere Single als “Still Life”, in der sie ihre gesamte musikalische Reife und den Mut zu großem, erwachsenen Rock zeigen, hätten sie nicht wählen können. Beim ersten Hören dachte ich es sei ein mir nicht bekannter Klassiker von Tears For Fears – so erhaben klingt das Stück. Dieser Track hat Zeit und macht süchtig – “…the moment that you want is coming if you give it time…”

Immer wieder, jedoch nicht überraschend, tauchen Elemente aus dem Postpunk auf. The Horrors feiern das Post-Punk Revival nahezu und die Feier gelingt Ihnen gut. Die Einladung auf diese himmlische Party kann man gar nicht ausschlagen. Wild geht es zu, sind die Jungs in den Mittzwanzigern doch einfach zu jung sich auszuruhen. Zum Balladen schreiben bleibt ihnen noch genug Zeit, so legen sie gen Ende von “Skying” einen Zahn zu – “Moving Further Away”.

“Oceans Burning” - das klingt fett, soll es sicher auch. Dieses fast achtminütige Epos ist das Finale von “Skying” und beginnt als besinnlicher Song, der sich im Sythesizer-Gesäusel verliert und uns scheinbar den Wind aus den Segeln nimmt. Doch The Horrors lassen uns nicht einfach in einer Flaute auf dem himmlischen Ozean zurück. Nein, wenn dann soll der Hörer auch ordentlich an Höhe verlieren. Wer bisher nicht wusste, wie freier Fall klingt, sollte sich die letzten zwei Minuten einfach ausgestreckt auf den Boden legen und fühlen. “…on a lonely ship we are waking like an ocean which is sighing oh…”

Fazit: The Horrors “Skying” ist Ohrenglitzern pur und bringt uns an einen Ort fernab der Realität. Alles passt wirklich gut zusammen. Nur der Bandname ist irgendwie nicht mehr so ganz treffend. Ich hoffe die Jungs werden das bald bemerken. Das Album erschien am 8.Juli auf XL Recordings.

THE HORRORS – Still Life (2011) from cosset galeria on Vimeo.

Lauschen: The Horrors – Still Life

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Ali, Bethany und Bobb von Best Coast

Eigentlich sind meine Fühler eher in Richtung Skandinavischer Pop und Dreampop ausgestreckt, daher habe ich ich mich gefreut als ein Freund von mir dieses Video “Crazy For You” von Best Coast an meine Pinnwand postete. Indie-Rock made in California – klingt das weniger melancholisch? Irgendwie schon, doch herzzerreißend allemal. Der Song “Crazy For You” von Best Coast hat mir mit seinen simplen Strukturen sofort gefallen und die Türen meines Herzens weit geöffnet. Mehr als nett ist dieser Indie-Rock, Lo-Fi Surf-Pop der L.A. Band um Bethany Cosentino. Die “tierliebe” Frontfrau schreibt alle Songs und singt – klar. Mit dabei sind der Multiinstrumentalist Bobb Bruno – der Macher. Die symphatisch, beleibte Ali Koehler lässt sich am Schlagzeug aus – ganz souverän. Doch einer darf nicht fehlen – Snacks the cat, das Schmusetier von Bethany. (Seine Kumpels haben übrigens das Video produziert)

Newcomer sind die drei mit Katze nicht. Seit zwei jahren treibt die Band ihr Unwesen an der besten Küste der Welt (finden sie sicher selbst). Ihr Debutalbum “Crazy For You” erschien im letzten Juli auf Wichita Records. Also durchaus noch eine Entdeckung für diesen Sommer.

Lauschen:
mp3:Best Coast-Boyfriend

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Über Mittsommernnachtsspitzen

Melancholische und sehnsuchtsvolle Indiepop-Klänge aus Mittsommer- und anderen Landen stehen im Fokus dieses Blogs. Sandra Duvander schreibt für Euch.