Singer-Songwriter Mark Linkous (Sparklehorse) wählte vor genau fünf Jahren den Freitod

„What’s the point of a heart when it has to beat so far from where it most wants to be?”

(The Bear Quartett)

Am 6. März 2010 wählte der amerikanische Singer-Songwriter Mark Linkous, bekannt als Sparklehorse, auf dem Grundstück eines Freundes in Knoxville Tennessee den Freitod. Der Multiinstrumentalist, Komponist und Sänger tötete sich im Alter von gerade mal 47 Jahren mit einem Schuss direkt ins Herz – dorthin wo es am meisten weh tat.

Mark Linkous hinterlässt uns vier wundervolle Sparklehorse-Alben. Arbeite mit zahlreichen Künstlern zusammen, u.a. seine Vielleicht-Muse Nina Persson, Polly Jean Harvey und Tom Waits. Kurz vor seinem Tod entstand 2009 noch das Album “Dark Night of a Soul” in Zusammenarbeit mit Danger Mouse und David Lynch mit Gastgesängen von Wayne Coyne von den Flaming Lips und Susanne Vega.

Geboren wurde Mark Linkous am 9. September 1962 in Virginia. Er stammt aus einer Familie von Bergleuten. Seine Eltern ließen sich früh scheiden und er lebte dann bei seinen Großeltern in Charlottesville. Sein melancholisches Herz schlug von je her für Musik. Als feingeistiger Mensch wusste er, dass körperliche Arbeit nichts für ihn ist. Später bezeichnete er sich selbst als Jugendstraftäter, da er bereits im Alter von 13 Jahren in Motorradgangs abhing.

Mark Linkous in seiner Heimat Tennessee mit offensichtlicher Leidenschaft für Motorräder

Nach der High School ging Linkous zunächst nach New York City und gründete dort Anfang der Achtziger Jahre seine erste Band Dancing Hoods. Nach Auflösung der Dancing Hoods zog es Linkous zurück in seine Heimat Virginia und er arbeitete dort anfangs als Roadie der amerikanischen Alternative Rockband Cracker. Sänger und Gitarrist David Lowery von Cracker produzierte wenig später das erste Sparklehorse-Album “Vivadixiesubmarinetransmissionplot”. Mark Linkous wirkte wiederum kompositorisch an Crackers Album “Kerosene Hat” von 1993 mit.

Der Öffentlichkeit sind die genauen Hintergründe des Freitodes von Mark Linkous nicht bekannt. Allerdings weiß man um die jahrelangen depressiven Episoden des Künstlers, der bereits 1996 versuchte sich das Leben in einem Londoner Hotelzimmer zu nehmen. Eine Überdosis Antidepressiva, Valium und Alkohol führten zu einem schweren Sturz, bei dem er so unglücklich auf die Beine gefallen ist, dass man diese nur knapp vor einer Amputation retten konnte. Danach musste er noch über ein halbes Jahr mit einem Rollstuhl leben.

Auch Nina Persson schien der Tod von Mark Linkous hart getroffen zu haben. Die beiden verband seit 2001 eine tiefe Freundschaft. Mark Linkous produzierte mit Nina Persson ihr erstes A Camp-Album. Im letzten Jahr veröffentlichte Nina ihr Solodebut “Animal Heart”. Der Song “Burning Bridges For Fuel” scheint den Verlust dieses guten Freundes aufzugreifen und auch das Unverständnis für seinen Suizid: “…to move into a cabin with a gun is not the right thing to do.”

Ich kann mich noch an diesen Tag vor fünf Jahren erinnern. Der Tod von Mark Linkous hat mich ziemlich erschüttert und ich produzierte unmittelbar eine Themensendung für meine Radiosendung Twilight Tunes auf Byte.FM. Seine Musik bewegt mich noch heute sehr stark und erzählt mehr über diesen sensiblen Künstler als Tausend Worte. Ich werde euch die Sendung in Kürze, sofern mein “technisch versierter” Verstand es zulässt die einstündige MP3 irgendwie zu komprimieren, hier auf Mittsommernachtsspitzen als Stream zur Verfügung stellen. Weiter habe ich hier ein paar schöne Stücke für euch:

Nina Persson “Burning Bridges For Fuel”

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Danger Mouse and Sparklehorse “Revenge” feat. Wayne Coyne

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Sparklehorse “Apple Bed” feat. Nina Persson

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Twilight Tunes vom 10. März 2010 auf Byte.FM zum Freitod von Mark Linkous

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Tracklist :
1. Sparklehorse / Gold Day/ It’s A Wonderful Life
2. Sparklehorse / Cow / Vivadixiesubmarinetransmissionplot
3. Cracker / Low / Kerosene Hat
4. Radiohead / Bullet Proof…I Wish I Was / The Bends
5. Sparklehorse / Some Sweet Day / Dreamt For Light Years In The Belly Of A Mountain
6. Sparklehorse / Hey, Joe / Good Morning Spider
7. Daniel Johnston / Walking The Cow
8. A Camp / Walking The Cow / A Camp
9. Sparklehorse / Apple Bed / It’s A Wonderful Life
10. Sparklehorse / Piano Fire / It’s A Wonderful Life
11. Sparklehorse / Don’t Take My Sunshine Away /Dreamt For Light Years In The Belly Of A Mountain
12. Danger Mouse & Sparklehorse / Revenge (Feat.Wayne Coyne)
Dark Night Of The Soul
13. Danger Mouse & Sparklehorse / The Man Who Played God (Feat.Suzanne Vega)
Dark Night Of The Soul

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Über Mittsommernnachtsspitzen

Melancholische und sehnsuchtsvolle Indiepop-Klänge aus Mittsommer- und anderen Landen stehen im Fokus dieses Blogs. Sandra Duvander schreibt für Euch.