Donnerstag 2. Juni 2016

von Sandra Duvander

Zinnsoldaten zierten einst Kents Single "Töntarna" vom Album "Röd" (2009)

In „Tennsoldater“ (Zinnsoldaten), dem zweiten Track der „Då som nu för alltid“, setzen Kent ihren gewohnten, tanzbaren Elektropop der letzten Jahre fort, der mit der „Tillbaka till Samtiden“ vor neun Jahren so schön begann. Die ersten Takte und Beats klingen alles andere als kalt, sondern pulsieren synchron mit meinem eigenen Herzschlag.

Jockes Stimme hingegen klingt kühl, durch den minimalen Vocoder sogar distanziert. Resigniert. Hier wird nicht mehr gekämpft. Es liegen nur noch Verletzte auf dem Schlachtfeld. Und doch schwingt niemand die weiße Flagge. Die Schlacht muss weiter gehen, bis keine Zinnsoldaten mehr stehen.

Die Liebe war einst groß – offen die Herzen. Offen für Verletzungen. Doch waren diese zu groß? Was hat uns zu Monstern gemacht? Was hat uns den Hass gebracht? „Vi hukar oss och väntar på slaget, (och du säger) ”men det är bara ord”, Men hat är hat, Vem som än håller i vapnet…“ (Wir ducken uns und warten auf den Schlag, (und du sagst) “Aber es sind doch nur Worte“, Aber Hass ist Hass, Wer auch immer die Waffe hält…)

Oder kämpft hier alleine die Liebe gegen den Verstand? Fühlt es was es nicht fühlen soll? Für etwas, für jemand, das, der, die mir nicht gut tut? Begierde? Leidenschaft? „Jag kan inte lura mitt hjärta, Hur gärna jag än vill, Kan jag inte lura mitt hjärta…“ (Ich kann mein Herz nicht täuschen, Wie gerne ich es auch möchte, Kann ich mein Herz nicht täuschen…) Dieser Refrain ist so ehrlich, hat eine bei Kent erstmals hörbare erotische Spannung. Wer oder was kann hier nicht von wem lassen? (rör mig! Berör mig!) – Ich muss mich bewegen, muss tanzen! HA! Mein Herz, es hat mich erwischt.

Fortsetzung folgt…

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Über Mittsommernnachtsspitzen

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