Ahoi! Mit Soda Fountain Rag geht es durch den Hamburger Hafen

Samstag Abend stechen die Jungs von Hit The North wieder in See. Nun zumindest fährt die MS Hedi die Elbe hoch und wieder runter und es darf geschunkelt werden. Ihr könnt euch auf eine feine Bootstour mit tollen Leuten und schönen Indiesongs freuen, zu denen ihr schon immer mal tanzen wolltet. Streifenpullies und die Marinekleidchen können für das passende Outfit also schon vorbereitet werden. Live an Bord ist die norwegische Lo-Fi-Indiepop-Band Soda Fountain Rag. Die kurzen, knackigen Songs werden von Ragnhild am Stehschlagzeug gesungen. Skandinavisch aufgelegt wird danach von den Hamburger Indie- und Tweepop-DJs. Abgelegt wird um 17.30 Uhr an den Landungsbrücken 10. Ahoi!

Einen ausführlichen Bericht über die Bootsfahrt gibt es am Sonntag.

Lauschen: Soda Fountain Rag – I Watch The Boats

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The Tamborines spielen heute auf der MS Claudia

Heute Abend wird wieder geschunkelt auf einer Bootstour, die ich Euch wirklich ans Herz legen kann. Ab 19.30 Uhr legt am Hamburger Hafen, an der Landungsbrücke 10, die MS Claudia ab und lässt sich von herrlichsten Shoegaze- und Dreampopklängen beschallen. Die britische Band The Tamborines wird mit an Bord sein, dort unter anderem ihr aktuelles Album “Camera & Tremor” spielen. Getanzt werden darf auch im Takt der Wogen der Elbe und zu den Songs, die vom Feedback Fever DJ-Team Benny und Jens aufgelegt werden.

Ab Mitternacht geht die Veranstaltung im Golem, in der Großen Elbstrasse 14 weiter. Ex-Ride Mark Gardener wird dort wieder seine Solosachen präsentieren und auch Platten auflegen. Also ein Abend für Neugierige und Nostalgiker.

Hören:
mp3:The Tamborines – What Took You So Long

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This Year's Model: klassisch und extravagant

Ich vermisse sie – die gemütliche, familiäre Atmosphäre der Hit The North Parties in Hamburg. So viele junge, frische Indiebands haben die HTN-Jungs nach Hamburg geholt und uns im Grünen Jäger, der Astra Stube und neuerdings in der Prinzenbar glückliche Abende beschert. Heute habe ich mich sehr gefreut über eine Email von Niklas und Ylva von der schwedischen Band This Year‘s Model. Sie schrieben, sie hätten mich vermisst bei ihrem letzten Gig in Hamburg in der Astra Stube. Dort stellten sie ihr neues Album „We Walk Like Ghosts“ vor. In der Tat schade, dass ich ihren neuen Songs nicht lauschen konnte, ist doch Hamburg – seit ich in Berlin lebe – nur noch das Zuhause in meinem Herzen.

Seit Jahren schon hat auch This Year‘s Model ihr Zuhause in Hamburg – zumindest was das Label betrifft.  Indie-Urgestein Marsh Marigold nahm den Sänger und Songwriter Niklas Gustafsson 2005 zunächst mit einem Solovertrag unter seine Fittiche. Doch schon während der Aufnahmen zur ersten EP „Greetings From This Year’s Model“ kamen seine Freunde – der Bassist Mattias Svensson, der Drummer Henric Strömberg und die Keyboarderin und Sängerin Ylva Lindberg – hinzu. Ylva traf ich im Winter 2009 und interviewte sie für meine Radiosendung „Twilight Tunes“ – unterwegs war sie zu jener Zeit jedoch mit dem Elektropop-Duo Friday Bridge, dessen andere Hälfte niemand anderes ist als Niklas Gustafsson. Ylva beeindruckt sowohl auf der Bühne als im persönlichlichen Gespräch mit ihrer bescheidenen, natürlichen Art. Zudem ist sie eine klassische Schönheit, die es einem leicht macht, sich in sie zu verlieben. So ist es denn auch um Niklas geschehen, als sich die beiden 2003 begegneten und anfingen gemeinsam zu musizieren.

„We Walk Like Ghosts“ ist das dritte Album von This Year‘s Model. Benannt hat sich die Band nach einem Album von Elvis Costello. Seine Größe will die Band erreichen, auch wenn es schwer ist Singles wie „Alison“ oder „Lip Service“ zu toppen, wie Niklas scherzhaft in einem Interview mit SleepWalKing erzählt. Die Band zieht es sogar in Erwägung einige Costello-Songs live zu performern – warum eigentlich nicht. Noch ist es mit der Größe und dem Ruhm weit hergeholt. Ein Freund, der nach dem Konzert in der Astra Stube auflegte, schrieb mir, dass This Year‘s Model eine fabelhafte Live-Band mit ungeheuer viel Energie sei. Im Vergleich zum neuen Album klang sie beim Hamburger Gig rockiger – wie eine Gitarrenpopversion der Godfathers – kein schlechter Vergleich. Kann sein, dass er recht in der Annahme hat, dass die Band für Indiepopper zu hart, zu wenig Twee sei und in einer anderen Szene nicht richtig wahrgenommen werde. Er meinte sie hätte definitiv mehr Zuschauer als in der dreiviertelgefüllten – ziemlich kleinen – Astra-Stube verdient gehabt.

Bei weitem nicht so öde wie das Cover - This Year's Models drittes Album "We Walk Like Ghosts"

Ein Album für Schnarchnasen ist „We Walk Like Ghosts“ also nicht – was mir imponiert. Von zuviel Twee habe ich eh stets Karies bekommen. Der Opener „No Miracles“ erinnert an einen triumphierenden Marsch – leicht großkotzig – doch animiert zum Weiterhören. Ich muss sagen die jugendliche Frische von This Year‘s Model und auch der Gesang von Niklas Gustafsson entsprechen nicht so wirklich ihrem äußerlich piekfeinem Image. Unter den spießig wirkenden Models scheinen sich echte Rebellen zu verbergen. Sieht Gustafsson selbst wie ein braver, täglicher Nutzer der Stockholmer Staatsbibliothek aus – richtet sich der ungemütliche Gesang in „The Librarian“ an seinen Nebenbuhler – eben einen aufgeblasenen Bibliotheksfutzi. Doch auch dem Protagonisten fehlt es nicht an Weltschmerzlerei besingt er sie doch – „The Lost Days Of  My Life“. Schwelgerischer geht es in „I Swear I Was There“ und in „It Spells…“ zu. Der Titelsong „We Walk Like Ghosts“ öffnet am Ende des Album noch eine andere Tür, könnte der Track auch als Soundtrack eines Tarantino-Films bestehen.

Es war also gut heute von Niklas und Ylva diesen Anstupser bekommen zu haben – hätte ich es doch glatt versäumt ins neue Album reinzuhören. Nur das Konzert kann ich nicht nachholen. Doch ich weiß This Year‘s Model kommen wieder – in ihre Labelheimat Hamburg. Vielleicht macht ihre Musik dann das, was sie eigentlich kann und sollte – den Tanzboden füllen.

Den Opener des neues Albums “We Walk Like Ghosts” verschenkt This Years Model auf ihrer Homepage:
mp3:This Years Model – No Miracles

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Über Mittsommernnachtsspitzen

Melancholische und sehnsuchtsvolle Indiepop-Klänge aus Mittsommer- und anderen Landen stehen im Fokus dieses Blogs. Sandra Duvander schreibt für Euch.