Rezension: Makthaverskan – „III“

Maja Milner, Hugo Randulv, Irma Krook und Andreas "Palle" Wettmark sind die Göteborger Dreampop-Band Makthaverskan / Foto: Olof OhlssonHugo Randulv, Irma Krook, Maja Milner und Andreas "Palle" Wettmark sind die Göteborger Dreampop-Band Makthaverskan / Foto: Olof Ohlsson

Dieses Album ist der Knaller: Jung, spritzig und verträumt. Ich komme überhaupt gar nicht auf die Idee, dass ich für diese Art von Musik zu alt sein könnte, denn die jungen vier Göteborger Makthaverskan holen mich mit ihren neuen Album „III“ voll ab. Kein Wunder – „III“ klingt nach alten Post-Punk Idolen. Schon wieder ärgere ich mich darüber, dass ich nicht in Göteborg oder Stockholm wohne, denn die Band geht ab Donnerstag auf eine kleine Tour innerhalb Schwedens. Ich möchte tanzen, live mit dabei sein, mich lebendig fühlen.

Seit fast zehn Jahren musizieren Maja Milner, Hugo Randulv, Irma Krook und Andreas „Palle“ Wettmark mittlerweile miteinander. Heute sind sie Mitte Zwanzig, doch ihre Band gründeten sie noch zu Schulzeiten. Sie debütierten 2009 mit „Makthaverskan“. Das zweite Album „II“ folgte nach drei Jahren. Die Pausen sind also relativ lang, doch gefüllt mit Leben. Zeit Erfahrungen zu sammeln, Zeit für Liebe, Schmerz, Beruf. Alles geht seinen natürlichen Gang, hat seine eigene Geschwindigkeit. So klingt das Album auch: Authentisch, nicht steif oder überproduziert. Einfach echt – aber nicht planlos.

Schrulliger Dreampop

Bassist und Gitarrist Hugo Randulv sagt, es sei das erste Mal, dass die Band sich bei der Entstehung des Albums auf ein Ziel fokussiert hat. Sie haben über die Zusammenhänge der Songs nachgedacht, die Reihenfolge der Tracks auf der Platte. Alle hätten auf gleichem Niveau mitgearbeitet und waren sich einig darüber, was sie machen wollten. (Quelle: www.gp.seDas Ergebnis ist erstaunlich. Wunderbar, verhallte Gitarrenklänge, groovige Bassläufe, ein kühler, dymischer Gesang von Maja Milner, die stellenweise an die junge Siouxsie Sioux erinnert, wie in der Single „Witness“. Kein Song ist überflüssig, keine Langeweile. Die Melancholie ist erträglich, man geht nicht darin unter, wie beim Hören alter Slowdive Platten. Der Dreampop von Makthaverskan ist belebend und schrullig. Genau das Richtige für junggebliebene Shoegazer der ersten Stunde und Neo-Shoegazer. Let’s dream away!

Cover des aktuellen dritten Albums "III" von Makthaverskan aus Götebörg.

Cover des aktuellen dritten Albums „III“ von Makthaverskan aus Götebörg.

Makthaverskans Album „III“ erschien am 20. Oktober 2017 auf dem schwedischen Label Luxury und in U.S. auf dem Label Run For Cover.

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